Theater der Mitte

Alles Leben, alle Energie geht aus der Mitte hervor und nach Aristoteles besteht ein Ziel des Menschen darin, Extreme auszutesten, um in der Folge ihre Mitte, ihre innere Balance, zu finden. Die Mitte kann auch in einem gesellschaftlichen Sinne verstanden werden, da es unserem Verein ein Anliegen ist, möglichst viele Menschen und nicht nur wenige Eliten zu erreichen. Wir wollen uns mit Themen beschäftigen, die gerade aktuell sind und eben im Mittelpunkt stehen, so wie wir Kunst und Kultur in den Mittelpunkt unseres Schaffens stellen. Die Mitte kann auch in einem zeitlichen Sinne verstanden und im Jetzt angesiedelt werden, jenem Zeitpunkt, der zwischen Vergangenheit und Zukunft die einzige Realität darstellt. Schließlich bezeichnet die Mitte im Allgemeinen und das Theater der Mitte im Besonderen einen Zusammenschluss von Künstler*innen unterschiedlicher Sparten, die jeweils ihre Expertise nutzen, um so zeitgenössische Kunst zu fördern, zu ermöglichen und auszuüben. In einer Zeit in der sich vieles verändert und neu organisiert, glauben wir mit der Gründung eines Vereins dieser Tendenz zu folgen, um ein Teil dieser Strömung zu sein und um sie gleichzeitig zu kommentieren und kritisch zu beleuchten. So wie die Popmusik „Underground“ Elemente vereint, um daraus etwas Eigenes, Neues zu kreieren, wollen wir gerade aufkommende neue Elemente im Bereich diverser künstlerischer Bereiche nutzen, um eine eigene Sprache zu finden und so stabilisierend wirken zu können. Ein besonderes Anliegen ist uns Inter- und Transdiziplinarität. Dies erreichen wird durch den schon erwähnten Zusammenschluss von Künstler*innen aus verschiedensten Sparten, insbesondere der dramatischen Kunst (Tanz, Performance, Theater, Musik), der Filmkunst, der bildenden Kunst und der Fotokunst. Auch wollen wir Theorie und Praxis nicht trennen, sondern ineinander überführen, um sich gegenseitig zu befruchten und zu einem holistischen Modell beizutragen. Das Theater der Mitte positioniert sich in einer Ambivalenz zwischen Vertrautem und Unvertrautem, bezieht seine Kraft aus einem stets wiederkehrendem Nullpunkt, der in einem kindlich-neugierigem Sinne, als künstlerisches Entdecken und Staunen, zu verstehen ist, um sich so ästhetischer und schöpferischer Indifferenz gegenüberzustellen.